Interview mit Kia Kahawa

Wenn ich ein Buch gelesen habe, habe ich oftmals viele Fragen an den Autor oder die Autorin. Ich hatte die Chance Kia Kahawa, Autorin des Romans "Die Krankheitensammlerin" Fragen zum Thema Schreiben und Buch zu stellen. Hier nun das Exklusivinterview:

Was ist das schönste für dich an Büchern?
Kia Kahawa
Sie sind gewissermaßen nicht real, das ist sehr schön. Auch, wenn es sich bei einer Geschichte um etwas Wahres handelt, so hat man durch das Lesen eine gewisse Distanz. Denn man liest nur, man erlebt es nicht. Und durch diese Lese-Distanz, die der Leser hat, kann sich erst die Nähe zu Ereignissen und Charakteren aufbauen. Das klingt vielleicht komisch, aber anhand von Krimis lässt sich das ganz gut zeigen. Geschieht ein Mord in der Nachbarschaft, sind wir bestürzt, schockiert und aufgescheucht wie eine Horde Hühner, bei denen ein Fuchs im Stall auftaucht. Aber beim Lesen über einen Mord in einem Buch lässt sich der Leser auf Spannung, Detektiv-Arbeit und wohl auch ein bisschen Horror ein. Man lässt sich jedes Wort auf der Zunge zergehen und ist ganz nah dabei – weil man die Distanz durch das Buch hat.

Autor zu werden und einen eigenen Roman zu schreiben ist für viele ein Traum. Wie hast du den verwirklicht?
Ich habe es einfach getan. Mit zahlreichen Plänen habe ich mir "Die Krankheitensammlerin" zurechtgestutzt und genau durchgeplant. "Plotten" nennt man das. Ich wusste genau, was ich schreiben wollte und wie die Geschichte verlaufen sollte. Aber ab Kapitel 5 bin ich dann plötzlich abgewichen und da habe ich gemerkt, dass Planen und Plotten nichts hilft. Ich habe einfach drauf losgeschrieben, weil es sich angefühlt hat, als würde ich die Personen und Orte kennen und dann hat sich die Geschichte einfach selbst entwickelt.

Welchen Tipp kannst du allen geben, die auch ein Buch veröffentlichen wollen?
Zieht es einfach durch. Sucht euch einen Distributor wie epubli oder books on demand und schmeißt euer Manuskript, sobald es fertig ist, auf den Markt. Ich finde es wichtig, so schnell wie möglich das erste Exemplar in der Hand zu halten. Dieser Moment ist magisch.

Kann das nicht problematisch werden?
Ja, natürlich! Ein Lektorat und Korrektorat sind unerlässlich! Die Überarbeitungsphase eines Buches darf man nicht unterschätzen. Aber wer am ersten Roman seines Lebens sitzt, hat ganz ehrlich gesagt keine Ahnung vom Überschätzen oder Unterschätzen.  
Bei mir kam dabei heraus, dass mein Lektor und ich einen Tippfehler auf der Rückseite übersehen haben – und das ist bei Veröffentlichung mit ISBN eine riesige Katastrophe. Das kann man nicht so einfach rückgängig machen. Das verbuche ich alles unter "Lebenserfahrung" und werde daraus lernen. Und genau das rate ich auch allen anderen: Erstmal mit dem Kopf durch die Wand. Hinfallen, wieder aufstehen. Lernen.


Hast du ein Thema, oder ein Genre über das du besonders gerne schreibst?
Tatsächlich habe ich das, ja. Ich habe bereits zwei Sachbücher geschrieben, in denen es um Gesundheit geht. Die Romane, die ich schreibe, handeln von Krankheiten. Das klingt komisch, aber das ist meine persönliche Art des Krimis (denn ich mag als Pazifistin herkömmliche Krimis gar nicht!): Jemand leidet an einer Krankheit, kämpft gegen sie – oder noch besser – sich selbst und dreht psychisch total durch. So beginnt super Lesestoff, wenn du mich fragst.

Hast du einen Autoren oder eine Autorin als Vorbild?
Ja und nein. "Vorbild" ist da das falsche Wort, weil ich niemals danach streben würde, so sein zu wollen wie Person X. Aber ich muss sagen, dass François Lelord meine heimliche große Autoren-Liebe ist. Von ihm lese ich alles! Und zwar immer!
Außerdem haben mich Hans Rath und John Strelecky enorm inspiriert.

Was ist dein Lieblingsbuch?
Das lässt sich schwer sagen. Ich hoffe, dass jedes neue Buch, das ich veröffentlichen werde, mein neues Lieblingsbuch werden wird. Man muss ja voll und ganz hinter seiner Arbeit stehen!
Aber ich habe die Hector-Reihe von François Lelord mehrmals und mehrsprachig durchgelesen und kann gar nicht genug kriegen.
Auch bereits drei Mal gelesen: "Sei du selbst, alles andere wirst du eh verkacken" von Marie Meimberg. "Schwimmen ohne nass zu werden" von Christian Buder lese ich gerade zum zweiten Mal.

Was rätst du gegen Schreibblockaden?
Ortswechsel und Bewegung!
Immer wieder den Ort wechseln, das hilft gegen Unkreativität. Ich vergesse bei einem Ortswechsel zwar häufig gute Gedanken, aber ich vertraue darauf, dass sie zurückkommen.
Ein Spaziergang mit frischer Luft gehört schon längst zu meinen Schreib-Routinen. Ich hasse nichts mehr, als den ganzen Tag zu sitzen. Manchmal diktiere ich auch ein Kapitel während der Hausarbeit. Das fühlt sich irre lustig an – Hörbuch mal anders sozusagen.

Für mehr Infos zu Kia und ihrem Werk hier eine Linksammlung! Viel Spaß beim Reinklicken:
   Website: http://www.kiakahawa.de
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